13 Tipps wie Du in Deinem Webinar oder deiner Videokonferenz noch besser wirkst

Webinar Cornelius Pfannkuch

Wertvolle Tipps für Deinen persönlichen Online-Auftritt

Wenn du gerade die nächste Online-Präsentation für dein Business planst, ein Webinar oder eine Videokonferenz auf deiner to-do-Liste stehen, dann ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Kleine wie große Unternehmen suchen aktuell neue Wege, mit ihren Kunden und Mitarbeitern in Kontakt zu treten, um zu informieren und zu begeistern. Wenn du bereits erste Erfahrungen mit deinem Auftritt vor der Kamera gesammelt und die technischen Hürden hinter dir gelassen hast, möchte ich dir ein paar Tipps geben, wie du dein Ergebnis verbessern kannst. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob du mit Kunden oder Mitarbeitern sprichst, die dich schon kennen, oder ob du Neukunden hast. Neukunden achten viel mehr auf kleinste Details, weil sie sich erstmal orientieren möchten und einen ersten Eindruck von dir bekommen wollen. 

Du erzielst deutlich mehr Wirkung und wirst besser wahrgenommen, wenn du weißt, wie du vor der Kamera auftrittst und was deine Körpersprache, deine Kleidung oder der Bildhintergrund über dich aussagen. Du wirst merken, dass die Art deiner Präsentation und deine Ausstrahlung mindestens genauso wichtig sind wie der Inhalt. Die äußere Form und der Inhalt wirken immer zusammen und sind nie getrennt voneinander zu sehen. Du hebst dich positiv von der Masse an Online-Präsentationen ab und gewinnst an Sympathie, Kompetenz und Vertrauen, wenn du auf folgende Punkte achtest.

Die Kurzform als Video: https://youtu.be/oS1WRpqRZgQ

 

Zu Beginn der Präsentation Fragen stellen, um Spannung aufzubauen
 
1. Spannung aufbauen

Die wichtigste Motivation deines Publikums, dir zu folgen und aufmerksam zuzuhören, ist natürlich dein Thema. Je relevanter und aktueller das Thema ist, desto besser. Du weißt aber nicht, in welcher Situation und in welchem Umfeld deine Zuschauer gerade sind. Vielleicht steht der eine am Rastplatz an der Autobahn mit seinem Smartphone in der Hand und der andere sitzt am Küchentisch im Homeoffice. Auf jeden Fall ist immer Potential für Ablenkung vorhanden – durch andere Personen im Raum oder durch Mails und WhatsApp Nachrichten, die um die Aufmerksamkeit deines Zuschauers buhlen. Einen kontinuierlich hohen Aufmerksamkeitslevel erreichst du, indem du bewusst einen Spannungsbogen einbaust und dein Thema generell in kurzen und übersichtlichen Themenblöcken präsentierst. Um Spannung aufzubauen kannst du zum Beispiel zu Beginn deiner Präsentation eine provokante Frage stellen, ein überraschendes Statement abgeben, um es anschließend zu beweisen, oder auch Zahlen nutzen. Wenn die Überschrift deines Themas lautet: „Die 5 wichtigsten Gründe für …“, dann wird dein Publikum neugierig gemacht, was denn nun die 5 Gründe sind und ob es einen gibt, der deinem Zuschauer noch unbekannt ist.

 

Agenda einfügen, damit die Zuschauer wissen, was sie erwartet
 
2. klare Struktur reinbringen

Gerade bei Online-Präsentationen ist es wichtig, gleich zu Beginn aufzuzeigen, um was es genau geht, welche Themen du hast und wie lange die Präsentation dauern wird. Das wirkt wesentlich professioneller als loszureden, ohne dir ein Zeitlimit zu setzen. Die interessantesten Themen bringst du am Anfang und am Schluss. Am Anfang ist es wichtig, dass du Interesse weckst und Erwartungen aufbaust, die du dann am Ende als Belohnung auflöst. Wenn dein Publikum physisch im Raum anwesend ist, dann bleibt es sitzen und hört dir zu, auch wenn die individuelle Aufmerksamkeitskurve eines Einzelnen vielleicht gerade nach unten geht. Wenn du dein Publikum aber online zu irgendeinem Zeitpunkt verlierst, hast du es meistens ganz verloren. Diesen Effekt kennst du von dir selbst, wenn du zum Beispiel durch das Fernsehprogramm zappst. 

Dieses Umdenken, dass die Aufmerksamkeit nicht automatisch durch die gemeinsame Anwesenheit in einem Raum gegeben ist, erfordert also eine besondere Beachtung der Dramaturgie.

 

Mit den Teilnehmern zu interagieren hält die Aufmerksamkeit
 
3. Interaktionen einplanen

Eine weitere Möglichkeit, das Interesse Deines Publikums hoch zu halten, sind Interaktionen. Du kannst am Ende eines Abschnitts die Frage stellen, ob jemand Verständnisfragen hat oder etwas Ergänzendes beitragen möchte. Das ist je nach Art der Präsentation per Video, nur per Sprache oder per Chat, also als Textnachricht, möglich. Du solltest dir bei der Vorbereitung darüber im Klaren sein, ob und wie du Interaktionen gestalten möchtest, weil auf beiden Seiten die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen. Wenn du den Dialog ausschließlich über Chat machst, hat das den Vorteil, dass du die Fragen selektieren und Antworten zusammenfassend geben kannst. Das spart dir Zeit und bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten, als eine Frage nach der anderen aus dem Publikum zu beantworten. Du wirst per Chat eventuell mehr Fragen bekommen als per Video oder Audio, weil die Hemmschwelle geringer ist. Eine Frage zu tippen kostet die meisten Menschen weniger Überwindung als eine Frage live in Worten zu formulieren. 

Per Video oder per Sprache in den Dialog zu gehen ist dafür spontaner und individueller, der Fragende fühlt sich persönlicher wahrgenommen, wenn er auch sichtbar und hörbar ist. Welcher Weg für dich der richtige ist hängt vom Thema, dem Anlass und den Umständen der Präsentation ab.

 

Die Zuschauer möchten dir in die Augen schauen
 
4. In die Augen schauen

Der Blick in die kalte Linse ist für die Allermeisten sehr gewöhnungsbedürftig, weil man sich als Presenter vom Gegenüber kein Bild machen kann. Du wirst von einer anonymen Masse betrachtet und weißt nicht, ob sie sich gerade über dich lustig macht oder dir gespannt zuhört. Es ist die Ungewissheit, die den Stress auslöst. Dazu kommt das Gefühl, dass du etwas leisten musst, weil jetzt in diesem Augenblick etwas Besonderes von dir erwartet wird. Kein Wunder, wenn du dann auch noch deinen Text vergisst. Ganz ehrlich gesagt hilft gegen dieses Gefühl nur die Erfahrung, dass du gut warst und nichts Schlimmes passiert ist. Wie kannst du dich ganz konkret vorbereiten: 

  • Du kannst zum Beispiel zuhause vor dem Spiegel üben oder dich selbst mit der Kamera aufnehmen, um Sicherheit und Vertrauen zu bekommen. 
  • Es hilft auch, dir eine konkrete Person am anderen Ende der Leitung vorzustellen, mit der du jetzt gerne sprechen würdest. 
  • Wenn hinter der Kamera eine Person steht, die dezent mit dem Kopf nickt und dich wohlwollend anschaut, kann das Sicherheit bieten und dir das Gefühl geben, dass du auf dem richtigen Weg bist. Vermeide aber mehrere Personen hinter der Kamera, weil du dann die Augen verschiedener Person suchst statt in die Linse zum Publikum zu schauen. 

Probiere es einfach aus und finde den für dich passenden Weg! 

Damit man dir überhaupt in die Augen schauen kann solltest Du nicht zu weit weg von der Kamera sein. Bei der klassischen Videokonferenz am Laptop oder PC ist die Kamera über dem Bildschirm angebracht oder am oberen Rand des Bildschirms integriert. Wenn du in die Mitte des Bildschirms schaust, dann blickst du also nicht zu deinem Publikum, weil du dann nicht in die Kamera schauen kannst! Sei dir bewusst, dass du immer oben zum Bildschirm schaust und nicht nach unten oder in die Mitte wenn es irgendwie möglich ist und dich nicht aus dem Konzept bringt.

Ein anderer Aspekt ist der Kamerawinkel. Am Laptop auf dem Küchentisch sieht man dich immer von unten, weil der Bildschirm schräg steht und du leicht von oben nach unten schaust. Umgekehrt sieht der Zuschauer dich von unten, ungefähr aus Brusthöhe. Psychologisch gesehen wirkst du dadurch größer, mächtiger und dominanter, aber eben nicht auf Augenhöhe. Es wirkt auf den Betrachter so, also würdest sprichwörtlich „von oben herab“ mit ihm sprechen. Das kannst Du vermeiden, indem du ein paar Bücher unter den Laptop beziehungsweise den Bildschirm legst, so dass die Kamera sich ungefähr in Kinnhöhe befindet.

Wenn die wortgenaue Formulierung für dich wichtiger als eine freie Rede ist, dann suchst du wahrscheinlich nach Unterstützung durch einen Teleprompter oder wenigstens durch einen Spickzettel mit Stichworten neben der Kamera. Diese Spickzettel funktionieren tatsächlich nur, wenn du nicht darauf schaust! Der Zuschauer erkennt sofort, wenn deine Augen von der Linse zum Zettel und wieder zurück zur Linse wandern. In dem Moment ist dem Zuschauer klar, dass du nicht aus ganzer Überzeugung und von ganzem Herzen sprichst, sondern möglicherweise etwas vorliest, was dir jemand aufgeschrieben hat. Als Sicherheitsanker mit Placeboeffekt ist der Spickzettel aber völlig okay.

Den Teleprompter mit der teildurchlässigen Glasscheibe direkt vor der Linse kennt man aus dem Fernsehen, und die Nachrichtensprecher wirken immer sehr souverän. Das ist aber Teil ihres Berufs und nicht nur auf die Wirkung des Teleprompters zurückzuführen. Wenn du als Laie einen Teleprompter in dein Büro oder in dein Homeoffice stellst, erkennt der Zuschauer beim Vorlesen wahrscheinlich das Wandern der Pupille entlang der Zeilen. Das passiert dann gerne, wenn der Teleprompter zu nah steht. Erst ab einer Entfernung von ca. 5 Metern ist der Effekt zu vernachlässigen, vorausgesetzt natürlich, dass die Schrift noch ausreichen gut lesbar ist und der durchlaufende Text die passende Geschwindigkeit hat. Bevor du also an die Investition eines Teleprompters denkst, musst du Folgendes beachten:

  • Der Abstand der Kamera mit dem Teleprompter zu dir sollte nicht zu klein sein, damit der Zuschauer nicht das Wandern deiner Pupillen bemerkt. 
  • Es erfordert einiges an Übung, damit du dich vom durchlaufenden Text nicht angetrieben und gehetzt fühlst.
  • Am Anfang konzentrierst du dich zu sehr auf das Lesen des Textes und deshalb fehlen dann natürliche Mimik und Gestik, kleine Pausen beim Nachdenken usw.
  • Das Arbeiten mit einem Teleprompter erfordert einiges an Vorbereitung, weil der komplette Text als Datei existieren muss und auch nicht auf die Schnelle geändert werden kann. 
  • du brauchst auf jeden Fall eine zweite Person für die Bedienung des Geräts, weil die Laufgeschwindigkeit bei längeren Texten immer wieder nachkorrigiert werden muss.

Das freie Reden bleibt auf jeden Fall die Königsdisziplin.

 

Eine helle und weiche Ausleuchtung ist am schmeichelhaftesten
 
5. Ins rechte Licht rücken 

Bei der Ausleuchtung ist gleichmäßig weiches und schattenfreies Licht, das von vorne und leicht oben auf dich fällt, immer am vorteilhaftesten, weil es der natürlichen Empfindung von Sonnenlicht entspricht. Wenn das Licht dich blendet hast du es allerdings übertrieben.

Unvorteilhaft ist eine Schreibtischlampe oder Rednerlampe direkt neben dem Bildschirm, weil das Licht meist zu hart ist und zu ungleichmäßig in der Helligkeit. 

Ungünstig ist auch, mit dem Rücken zum Fenster zu sitzen, weil die Kamera dann vom Gegenlicht des Fensters geblendet wird und dich meist zu dunkel abbildet. 

Wenn du öfter Videos aufnimmst, lohnt sich die Investition in zwei LED-Leuchten, die du links und rechts neben der Kamera bzw. dem Computermonitor aufstellst. Eine kleine Investition ins Licht ist immer die Sache wert, weil du damit „in gutem Lichte“ stehst, und darauf kommt es schließlich an.

Wenn du keine Möglichkeiten hast, Licht aufzustellen, dann hilft auch eine große weiße Pappe, ein Flipchart oder eine weiße Wand als Aufheller, damit das Licht vom Fenster reflektiert wird und dein Gesicht aufhellt.

 

Der Bildhintergrund sollte deinen Charakter unterstützen
 
6. Das passende Ambiente wählen

In welchem Umfeld du dich gerade befindest, sagt auch was über dich und den Rahmen aus, den du setzt. Der Hintergrund und das ganze Umfeld geben deinen Worten eine zusätzliche Bedeutung. Ein Garten im Hintergrund ist ein anderes Statement als eine weiße Wand, ein Bücherregal hat eine andere Wirkung als ein Aktenschrank. Wenn du Privatkunden hast, dann ist es sinnvoll, dein privates Umfeld zu zeigen, weil du damit Nähe aufbaust und etwas über deinen Charakter aussagst. Im Business-Kontext sind es dann gerne ein Arbeitsplatz, großzügige Fensterflächen oder alles, was architektonisch interessant wirkt wie Türreihen, Säulen, Jalousien und so weiter.

In fast allen Fällen ist es gut, wenn der Hintergrund eher unauffällig und leicht unscharf ist, ohne grelle Farben, dominierende diagonale Linien oder Pflanzen und Lampen, die aus dem Kopf zu wachsen scheinen.

Eine weiter fortgeschrittene Variante ist dein Auftritt vor einer Greenscreen beziehungsweise Bluebox. Der grüne oder blaue Hintergrund wird dann live oder in der Postproduktion durch ein anderes Videosignal oder eine Grafik ersetzt. 

Somit bist du als Person im Vordergrund, während der Hintergrund frei wählbar ist und auch im Nachhinein geändert werden kann. Der Gesamteindruck ist dann ähnlich wie in einem Nachrichtenstudio oder zumindest etwas artifiziell. Auch hier ist das Entscheidende, welche Absicht dahinter steht und ob die Wirkung im Verhältnis zum Mehraufwand steht.

 

Mit einem Ansteckmikrofon kommen Deine Worte klarer rüber
 
7. sauberer Ton

Schlechte Tonqualität ist der typischste Anfängerfehler, denn die Sprachqualität wird immer unterschätzt. Wir leben in einer visuellen Welt, und weil wir unser Smartphone zum Telefonieren benutzen, machen sich die Wenigsten bewusst, dass das Telefon nur für die Nahbesprechung geeignet ist. Jeder kennt schlechte Freisprechanlagen im Auto, weil zu viele Nebengeräusche mit übertragen werden. Die einfachste und kostengünstigste Abhilfe schafft ein Ansteckmikro für die Bluse oder das Jackett. Zur Not geht auch ein Headset, Hauptsache der Abstand von Mikrofon und Mund ist nur ein paar Zentimeter.

Der zweite Aspekt ist die Lautstärke deiner Stimme. Sprich so laut, als würdest du dich mit einer Person unterhalten, die im Abstand zu deiner Kamera steht. Auf Tonaussetzer, Rückkopplungen, Hall oder Verzerrungen reagiert das menschliche Ohr immer besonders empfindlich, sie bleiben vergleichsweise lange im Gedächtnis. Ob hingegen ein Chart etwas zu spät eingeblendet wird oder der Bildausschnitt etwas unglücklich gewählt wurde, ist im Nachhinein relativ schnell vergessen.

Die akustischen Bedingungen sind jedenfalls genauso wichtig wie das Ambiente und der Hintergrund, wenn es um die Gestaltung und Auswahl eines geeigneten Raumes geht.

 

Mit der richtigen Wortwahl sicherst du dir Aufmerksamkeit
 
8. Auf die worte achten

Dass deine Worte gut zu hören sind heißt noch nicht, dass man dir gerne zuhört. Ich empfehle, auf jeden Fall in gesprochener Sprache zu sprechen und nicht in Schriftsprache. Was sich logisch und fachlich korrekt liest wirkt gesprochen oft hölzern und kompliziert. Deine Sprache, deine Wortwahl und deine Ausdrucksweise sollten in Videokonferenzen und Web-Präsentationen so lebendig sein, dass man dir gerne folgt. Wenn deine Sprache und deine Ausdrucksform eher steif wirken, wird es schwierig, dir zu folgen oder gar mit dir in Interaktion zu treten.

Durch Sprache können wir Nähe oder Distanz schaffen. Wir können Sprache nutzen, um uns durch die Wortwahl oder die Aussprache von anderen abzugrenzen, oder uns mit anderen Menschen verbinden. Wissenschaftler zum Beispiel stehen immer vor der Herausforderung, Fakten und Zusammenhänge so zu präsentieren, dass auch Laien sie verstehen können. Überlege dir also, was Sinn und Zweck deiner Präsentation ist und welcher Sprachstil angemessen ist. Auch wirtschaftliche Analysen und Quartalszahlen sollten nicht so vorgetragen werden, wie sie im Geschäftsbericht zu lesen sind. Das Publikum hört dir lieber zu, wenn du bildhaft und umgangssprachlich sprichst. Kleine Versprecher, ein kurzes Nachdenken und eine gewisse Sprachdynamik bauen Nähe und Sympathie auf.

Sei eher mutig als zu vorsichtig!

Wenn dein Outfit unauffällig ist kann der Zuschauer sich besser auf dich konzentrieren
 
9. Auch die Kleidung ist wichtig

„Was ziehe ich bloß an?“ ist eine Frage, die in der Regel mehr die Frauen als die Männer beschäftigt, aber in jedem Fall ist sie bedeutend. Es gibt dafür keine klare Regel. Wichtig ist, dich so zu kleiden, wie man dir bei einem persönlichen Treffen begegnen würde. Andernfalls würdest du dir ver-kleidet vorkommen. Die Kleidung muss also zu deinem Stil passen und dem Anlass entsprechen. Mein Tipp ist, sich im Zweifelsfall ein bisschen schicker zu kleiden als man es gewöhnlich machen würde. Das bedeutet ganz konkret, kleine Accessoires hinzuzufügen, die etwas schickeren Schuhe zu tragen oder statt dem kurzärmligen Hemd das langärmelige. 

Generell ist es vor der Kamera empfehlenswert, keine auffälligen Muster zu tragen, keine extravaganten Schnitte oder starken Farben. Wenn du hingegen auf eine Party gehst, zu einem Empfang eingeladen bist oder eine große Konferenzrunde betrittst, ist es vollkommen okay, dass du optisch auf deine Erscheinung aufmerksam machen möchtest – sofern es zu dir passt. 

Im Video hingegen hast du bereits die Präsenz, du stehst vor der Kamera, du bist im Fokus. Der bunte Schlips und das auffällige Blumenmuster haben Wirkung aus der Ferne, aber aus der Nähe brauchst du das nicht. Alle auffälligen Formen und Farben lenken aus der Nähe betrachtet von deinem Gesicht ab, und genau das solltest du vermeiden. Der Zuschauer will dir in die Augen schauen können, möchte deinen Gesichtsausdruck und deine Gestik wahrnehmen und braucht daher keine Ablenkung durch bunte Farben und Formen. Was du sagst, wird für den Zuschauer wahr, wenn er es richtig wahr-nehmen kann. 

Unter rein videotechnischen Aspekten ist es zudem vorteilhaft, hohe Helligkeitskontraste zu vermeiden. Statt schwarzem Anzug zu weißem Hemd wäre der dunkelgraue Anzug mit dem hellblauen Hemd die bessere Wahl. Weiß wirkt schnell überstrahlt und Schwarz wirkt vollkommen konturlos, weil die Kameras und Bildschirme den hohen Kontrast nicht verarbeiten können.

 

Die Hände unterstützen deine Worte
 
10. Deine Körpersprache nutzen

„Im Stehen oder soll ich sitzen?“ Die Antwort lautet wie immer: Es kommt darauf an. Überlege dir, welche Eigenschaften du mit dem Wort sitzen assoziierst. 

Für mich wären es Eigenschaften wie ruhig, entspannt, gelassen, nachdenklich, erschöpft, zurückblickend oder bei sich sein. Wenn du in deiner Präsentation also zurückschaust, über längst vergangene Erlebnisse berichtest, in einen philosophischen Diskurs gehst oder nachdenklich stimmende Botschaften hast, dann ist Sitzen angemessener als Stehen. Wenn Zeitzeugen im Fernsehen von ihren Erlebnissen berichten, dann immer im Sitzen. Auch die Ansprache der Kanzlerin zur Coronakrise war im Sitzen.

Möchtest du hingegen dein Publikum motivieren, von aktuellen Trends berichten, eine Dienstleistung oder ein Produkt verkaufen, dann solltest du dabei stehen, weil es viel glaubwürdiger wirkt und besser zu der Stimmung passt. Du kannst im Stehen tiefer atmen als im Sitzen und du kannst deine Hände freier bewegen. Ein Sänger sitzt niemals beim Singen. Er nutzt intuitiv die Hände bei den Passagen, die besondere Bedeutung haben und emotionsgeladen sind. Du solltest unbedingt darauf achten, wie du deine Hände benutzt. Wenn du die Hände aktiv beim Sprechen benutzt, unterstützen sie die Wirkung deiner Worte. Du wirkst authentischer und glaubwürdiger, als wenn die Hände einfach am Körper herunterhängen. Hängende Hände wirken teilnahmslos. Jeder kennt Szenen aus Spielfilmen, in denen Richter ihre Urteile sprechen. Hier ist die Teilnahmslosigkeit Programm, weil Richter nicht ihre persönliche Meinung sagen, sondern das Ergebnis einer Beratung verkünden. Sie distanzieren sich persönlich von ihrer Botschaft. Ihr Gesichtsausdruck ist starr, unempathisch, ihre Sprache eher monoton, ihre Worte wirken vorgelesen. In den meisten Fällen wirst du diese Wirkung nicht erzielen wollen, und ich empfehle dir daher, Deinen Körper als Verstärker der Sprache zu benutzen. Wenn du es allerdings übertreibst und sprichwörtlich „mit Händen und Füßen“ sprichst, wirkst du hilflos, unsicher und nervös. Dein Oberkörper reicht vollkommen aus, die Hände und deine Mimik sind entscheidend. 

Die Grundregel lautet, dass alles der Erdanziehung Entgegenwirkende aktiv, freundlich und motiviert wirkt. Das ist eine Art Universalgesetz für viele Bereiche des Lebens. Wenn die Blumen die Köpfe hängen lassen oder der Putz von der Hausfassade fällt sind das keine Anzeichen für einen aktiven Zustand. Das gilt auch für die Mundwinkel, in gewissem Maße auch für die Haare und die gesamte Körperhaltung. 

Grafische Symbole und kurze Texte fassen die Inhalte zusammen
 
11. Schrift und Grafiken hinzufügen

Zunächst gilt es, das Bildformat festzulegen, wenn du Schriftcharts, Fotos und PowerPoint Präsentationen einfügen möchtest. Bringe in Erfahrung, an welchen Geräten dein Publikum der Präsentation folgt. Je kleiner der Bildschirm, desto plakativer muss das Bild sein. Das Standard-Seitenverhältnis für Video ist 16 zu 9, also ein leichtes Panoramaformat. Videos im Hochformat machen nur Sinn, wenn du als präsentierende Person im Vordergrund stehst und dein Publikum fast ausschließlich das Smartphone nutzt. Das Hochformat suggeriert immer auch Spontanität und Aktualität. Überlege, ob das zu deinem Thema passt oder ob es einen besonderen Grund gibt, das Hochformat zu wählen.

Schriften, Grafiken und Fotos müssen eindeutig erkennbar sein, weil du das Publikum leicht verlierst, wenn es dir nicht folgen kann. Wenn du Charts hast, die kaum lesbar sind, dann lasse sie im Zweifelsfall lieber weg. Textwüsten assoziieren, dass es komplizierter ist als es aussieht, und dann schalten die Zuschauer ab.

Vorsicht mit Tabellen: in den meisten Fällen ist die Zahlenmenge zu groß und zu unübersichtlich. Es ist meistens besser, Ergebnisse in Form von Zahlen nacheinander zu präsentieren als Vergleichszahlen nebeneinander.

 

Videotalk Splitscreen
 
12. Dir helfen lassen

Wenn du ein interaktives Online-Meeting mit mehr als 10 Teilnehmern planst hilft es dir enorm, einen Assistenten oder Moderator an deiner Seite zu haben. Gerade zu Beginn kommt es immer wieder zu Problemen mit der Technik, weil der Ton weg ist oder das Bild ausfällt. Der Assistent kann dir diese Fragen abnehmen, damit du dich auf deine Präsentation konzentrieren kannst und die anderen Zuschauer nicht warten müssen, bis der letzte Teilnehmer das Handling verstanden hat. Er kann dich auch daran erinnern, dass du auf eine wichtige Zwischenfrage antworten solltest, falls du etwas übersehen hast.

Wenn du zudem wie bei einer Kochsendung mit mehreren Kameras arbeitest und einen weiteren Gast bei dir hast, dann brauchst du Unterstützung bei der Bild- und Tonregie – wie im TV-Studio. Es bieten sich unendlich viele Möglichkeiten, deine Präsentation mit vorproduzierten Videos oder Audiobeiträgen zu ergänzen und deine Erfahrungen auf das nächste Level zu bringen.

 

Mit den Teilnehmern in Kontakt bleiben, auch nach der Präsentation
 
13. Das Follow-up nicht vergessen

In der Nachbereitung deiner Präsentation ist es eine nette Geste, den Mitschnitt als Video zur Verfügung zu stellen. Die Emailadressen der Teilnehmer sind in der Regel bekannt und du brauchst vorher deren Einwilligung, dass du weiteres Infomaterial schicken darfst. Auch für Online-Meetings gelten die Regeln der DSGVO. 

Zum Beispiel kannst du die Teilnahme an deiner Präsentation eine Woche später zum Anlass nehmen, um dich nochmal in Erinnerung zu rufen, ergänzende Informationen zu liefern oder auch um Feedback einzuholen. Du zeigst jedenfalls damit, dass du an einem weiteren Dialog interessiert bist.

Es kommt schlußendlich immer darauf an, wie du von anderen verstanden wirst und nicht, was eigentlich deine Absicht war. Wie Dein Gegenüber Dich versteht liegt nicht zu 100 Prozent in Deiner Macht, weil jeder seine eigene „Brille“ auf hat, durch die Wahrnehmung geschieht. Die Fülle der Möglichkeiten, die Du beeinflussen kannst ist enorm, aber sie soll dich nicht davon abhalten, an dir zu arbeiten und besser zu werden. Es reicht vollkommen aus, einem für dich relevanten Aspekt bei der nächsten Präsentation nur 5% mehr Aufmerksamkeit zu schenken und dich so langsam zu steigern, ohne dich überfordert zu fühlen. Es ist offensichtlich, dass Online-Auftritte in Zukunft immer wichtiger werden und alle Erfahrungen damit eine wertvolle Investition in dich sind.

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