Selbstportrait Cornelius Pfannkuch 1977

Selbstportrait Cornelius Pfannkuch (1977)

Entdeckungen

Ich erinnere mich, dass ich 16 Jahre alt war, als sich bei mir manifestiert hatte, dass die Fotografie mein Leben bestimmen würde. Aus dem Konfirmationsgeld habe ich meine erste Schwarzweiß-Dunkelkammer eingerichtet und mit jobben meinen Traum von einer Spiegelreflexkamera erfüllt. Zunächst hatte mich an der Fotografie die Möglichkeit fasziniert, der Vergänglichkeit zu entrinnen und wichtige Momente im Leben festzuhalten, aber auch den Alltag. Ich habe in der Schule fotografiert, den Weg zur Schule, die Berliner Mauer, den Zerfall von S-Bahnhöfen, Städte und Landschaften. Die Fotografie hatte fast die Funktion eines Tagebuchs. Ganz nebenbei habe ich mich für Formen, Rhythmen, Bildwiederholungen, Licht und fotografische Abstraktionsmöglichkeiten interessiert.

Auf einer Zugfahrt von Frankfurt nach Köln zur Photokina sind mir die riesigen Parkplätze einer Chemiefabrik aufgefallen und mir wurde klar, dass ich niemals einen Beruf haben möchte, bei dem ich jeden Tag zur gleichen Zeit am gleichen Ort die gleiche Arbeit machen würde.

Bei einem Reisebericht in Form einer Diaschau in Überblendtechnik ist mir bewusst geworden, welche Macht die Musik auf die Wirkung von Bildern hat und dass ich mich unbedingt mit der Überblendtechnik beschäftigen muss, weil bei ganz langsamen Überblendungen und den passenden Motiven ganz neue Bilder entstehen können. Aus dem Wasser entsteht eine neue Form, die Form wird klarer und ich erkenne eine Möve, die Möve verschwindet in den Wolken und so weiter.

Weiterentwicklung

Aus der Leidenschaft zur Fotografie, der Bewegung, der Musik und dem Wunsch nach immer neuen spannenden Aufgaben mit möglichst wenig Routine ist der Wunsch entstanden, Werbung studieren zu wollen. An solch einem Studium reizte mich auch die Aussicht, mehr über die psychologischen Wirkungsweisen herauszufinden und das Zusammenspiel von Design, Marktforschung, Rhetorik, Texten, Musik und bewegten Bildern herauszufinden.

Die Dinge entwickelt sich weiter. Aus Diaprojektor wurde Beamer, aus Super-8 VHS, aus Diaschau PowerPoint, aus Schallplatte mp3 und aus dem Videoband mp4.Totz aller Entwicklungen sind aber einige Grundprinzipen unverändert geblieben.

Kommuniation ist das einzig wahre Mittel, um Menschen zu bewegen, Meinungen auszutauschen und Konflikte beizulegen. Es geht auch heute immer noch darum, Vertrauen zwischen Menschen aufzubauen statt mit Worten und Taten einzuschüchtern. Es geht ums Überzeugen statt ums Überreden. Dabei sind wir heute im Zeitalter der Digitalisierung und von Social Media viel näher an einem Kommunikationsmodell aus den letzten Jahrhunderten als uns eigentlich bewusst ist. Die Massenkommunikation als Modell mit einem Sender und vielen Empfängern gibt es heute noch, aber die Bedeutung wird immer geringer. Wir kommunizieren heute nicht mehr Oneway, verbunden mit der Kommunimationshoheit des Senders, sondern bidirektional und interaktiv.

Cornelius Pfannkuch (2014) Cornelius Pfannkuch

Digitales Lagerfeuer

Social Media und Internet sind das digitale Lagerfeuer geworden. Während wir uns früher zum Austausch von Informationen und zur Unterhaltung am großen Tisch oder an der Feuerstelle gefroffen haben, so treffen wir uns heute im Chat. Jeder kommuniziert mit jedem in Text, Bild und Ton. Ort und Zeitpunkt sind aber aufgehoben. Die Art und Weise wie wir kommunizieren entspricht heute immer mehr dem Muster von vor 500 Jahren als dem vor 50 Jahren. Wir vertrauen den Menschen, die wir mögen und nicht denen, die das Sagen oder die Macht haben. Wir alle bevorzugen die persönliche Ansprache und keine Allgemeinfloskeln. Wir lassen uns inspirieren von spannend erzählten Geschichten (Storytelling!) und von suchen nach praktischen Ratschlägen, um kleine und große Probleme zu lösen (Suchmaschinen!). Im Zeitalter der Massenkommuniation hatten wir oft keine andere Wahl, als uns auf die Informationen und Botschaften von Zeitungen, Radio und Fernsehen zu verlassen. Heute sind die Voraussetzungen und Wahlmöglichkeiten unendlich vielfältiger, wenngleich es immer auch darauf ankommt, was der Einzelne aus den Möglchkeiten macht.

Mission

Für mich bedeutet diese Entwicklung: Ich möchte anderen Menschen dabei helfen, ihre eigenen Ideen und Vision zu verbreiten und ihre Leidenschaft zu teilen. Mit Videos hat jeder ein mächtiges Tool, sein Wissen, seine Werte und Meinungen wirkungsvoll zu kommunizieren und damit die Welt vielleicht ein bischen besser oder schöner zu machen. Mir geht es darum, mit Videos den Menschen in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken und ihn im Rahmen der Möglichkeiten optimal wirken zu lassen.

 

Cornelius Pfannkuch Selbstportrait

Selbstportrait Cornelius Pfannkuch (2017)

Vita

seit 2002

Freier Mitarbeiter
 für Video-, Multimedia- und Veranstaltungsproduktionen für Adidas, Capgemini, DEKA, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Feinkost Käfer, FES, Fresenius-Kabi, Frasec, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Gothaer Versicherung, Hansgrohe, Head, Obi, Procter & Gamble, Roche, Schindler, Siemens, Telekom, TextilWirtschaft und andere

2000-2002

Geschäftsführer bei neue mecom frankfurt (Frankfurt). 
Audiovisuelle Produktionen für Fulda Reifen, Opel, 
Stadt Frankfurt, tegut, Tiscali

1997 bis heute

Dozent an der Akademie für Marketingkommunikation, Fachbereich Bewegtbildproduktion

1989-1999

Studioleiter Video- und Postproduktion 
bei CCS Gruppe (Frankfurt). 
Video- und Multimedia-Produktionen für 
ABB, Accenture, Adidas, Commerzbank, Frankfurt Galaxy, Obi, Schiesser, Siemens und andere

1987-1989

Produktioner Dia-AV
 bei TC-Studios Fred Oed (Ludwigsburg). 
Multimediale Präsentationen für Storck, 
Elektrolux, Bosch-Siemens, Stadt Stuttgart

1986

Studium an der Hochschule der Künste (Berlin) mit 
Abschluß als Diplom-Kommunikationswirt